Am 24. April 1989 gründet Dr. Hans J. Langer die Firma EOS GmbH – Electro Optical Systems in Gräfelfing, einer kleinen Gemeinde südlich von München.
Dieser Tag bedeutet den Beginn einer Unternehmensgeschichte geprägt von Pioniergeist, Überzeugung und Mut.

Heute arbeiten mehr als 1.250 Mitarbeiter in 15 Ländern für EOS und betreuen Kunden in über 67 Ländern weltweit.

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1989

Wie alles begann

In seiner Position als Europachef des amerikanischen Unternehmens General Scanning – dem Weltmarktführer im Bereich der Laserstrahlpositionierung - erkennt der promovierte Physiker Dr. Hans J. Langer schon früh, was  die Entwicklung der Lasertechnologie für die Zukunft der Fertigung bedeuten könnte.

Fasziniert von der Idee, Bauteile schichtweise mithilfe der Lasertechnik aus 3D-Daten entstehen zu lassen, schlägt er seinem damaligen Arbeitgeber den Einstieg in die lasergestützte additive Fertigung vor. General Scanning lehnt jedoch ab – auch aus Angst vor Patentstreitigkeiten. 

Langer ist überzeugt von seiner Vision, physische Bauteile mittels CAD zu digitalisieren und diese mit additiver Fertigung werkzeuglos herzustellen. Kurzerhand beschließt er selbst ein Unternehmen zu gründen um die industrielle Fertigung zu revolutionieren.

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1990

Die ersten Schritte zum Produkt

Im Vergleich zu anderen Gründern hat Langer zu Beginn seiner Selbständigkeit keinen Prototypen, geschweige denn ein fertiges Produkt. Lediglich die Überzeugung, dass seine Idee die Lösung für die Herausforderungen der ganz Großen in der herstellenden Industrie sein wird.

Da kommt BMW als erster Kunde wie gerufen. Sämtliche bisher über den amerikanischen Markt verfügbaren Stereolithographiemaschinen, einem System zur Fertigung mit Harzen, entsprechen nicht den Spezifikationen des bayrischen Automobilherstellers.
In Wolfgang Reitzle, dem damaligen Entwicklungschef bei BMW, findet Langer genau den Geschäftspartner, den er für seine Visionen braucht. Reitzle stellt Risikokapital bereit für den Bau einer eigens für die Anwendung von BMW entwickelte laserbasierten Stereolithographiemaschine, die bis dato nur auf dem Papier existiert.

Der Auftrag führt auch dazu, dass die Gräfelfinger Büroräume, in denen bisher entwickelt wurde,  viel zu klein werden. Der Umzug in den Nachbarort Planegg, in die Räume des ehemaligen Arbeitgebers General Scanning, erfolgt noch im gleichen Jahr. Um weiteren Platz für die Entwicklung und die Systeme zu schaffen, wird zusätzlich eine einfache Garage angemietet.

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1991

EOS goes Europe

Nur ein Jahr nach Abschluss des etwas außergewöhnlichen Deals liefert EOS mit der STEREOS 400 ein System, das den Anforderungen des Münchener Automobilherstellers nicht nur gerecht wird, sondern die Erwartungen um ein Vielfaches übertrifft. Langer ist damit im Spiel und mit seiner Firma EOS der erste und einzige europäische Anbieter für High-End Rapid-Prototyping-Systeme.

Zur gleichen Zeit wird mit EOS Electro Optical Systems S.A. die erste Niederlassung in Frankreich eröffnet.

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1992

Der Erfolg lockte auch andere Hersteller aus der Automobilbranche und EOS entwickelte weiter.
Als zweite Stereolithographiemaschine bringt EOS die STEREOS 600 auf den Markt.

Die STEREOS-Produktlinie verkauft sich so gut, dass das Unternehmen im zweiten Jahr nach der Gründung mit 10 Millionen Mark Umsatz bereits profitabel ist und sich die Marktführerschaft für High-End Rapid-Prototyping-Technologie in Europa sichert.

Mittlerweile zählt EOS schon 20 Mitarbeiter.

STEREOS 600
Mit der STEREOS 600 gefertigtes Bauteil

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1993

Mit der europäischen Marktführerschaft ruft EOS neben internationalen Partnern wie Hitachi Zosen Information Systems (HZS) auch den US-amerikanischen Wettbewerb im Bereich  Stereolithografie auf den Plan.

Das Unternehmen 3D Systems zettelt einen Patentstreit an. Die folgenden jahrelangen Gerichtsverfahren werden zeit- und kostenintensiv. Und beinahe eine Nummer zu groß für den bayrischen Pionier.

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1994

Auf Anraten des Münchner Wagniskapitalgebers Falk Strascheg, der Langer schon in den späten Achtzigern zur Gründung ermutigte, verkauft jener 75% der EOS-Firmenanteile an die Carl Zeiss Jena, bleibt aber mit einer Minderheitsbeteiligung Geschäftsführer von EOS. Die Patentstreitigkeiten sind damit Sache des Optikkonzerns.

Finanziell abgesichert durch das laufende Stereolithographiegeschäft und eine Mehrheitsbeteiligung der Carl Zeiss Jena beginnt EOS mit der Entwicklung des Laser-Sinterns und treibt die Kommerzialisierung dieser Technologie voran.

EOS bringt mit der EOSINT P 350 das erste europäische Laser-Sintering-System für die Fertigung von Kunststoffmodellen auf den Markt. Damit ist EOS weltweit das einzige Unternehmen, das sowohl Lasersinter- als auch Stereolithographie-Systeme verkauft.

EOS wächst stetig weiter. Der Standort in Planegg wird erweitert und aufgrund der Mehrheitsbeteiligung von Carl Zeiss Jena auch eine Produktionsstätte in Jena eröffnet.
Um die Vision von Langer umzusetzen und damit das Leben der Menschen zu verbessern, schließt EOS ein Kooperationsabkommen mit Electrolux RD zur Entwicklung des Direkten Metall-Laser-Sinterns (DMLS). Das Ergebnis: die EOSINT M 160 - Prototyp eines kommerziellen Systems für den DMLS-Prozess und weltweit erste Technologie zur direkten, additiven Fertigung von Metallteilen.

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1995

Im darauffolgenden Jahr wird aus dem Prototypen bereits ein kommerzieller Drucker: Mit der EOSINT M 250, einem DMLS-System zur Herstellung von metallischen Werkzeugen für den Kunststoffspritzguss, gibt EOS den Startschuss für Rapid Tooling und macht sich selbst damit zum Technologieführer für High-End Rapid Tooling Systeme.

Gleichzeitig erfolgt im Bereich der Stereolithografie die Markteinführung der STEREOS MAX 600.

So ganz möchte man sich jedoch noch nicht auf die Werkstoffe Harz und Pulver festlegen. EOS leitet aus dem Kunststoffsystem EOSINT P 350 ein Sand-Laser-Sinter-System ab, die EOSINT S 350, das die direkte, werkzeuglose Herstellung von Sandformen für metallische Gussteile ermöglicht.

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1996

Ein Jahr nach Markteinführung der EOSINT S 350  wird die erste serienmäßige Sandmaschine, die EOSINT S 700, mit einem mehr als doppelt so breiten Baufeld eingeführt. Das Besondere: als erstes Laser-Sinter-System weltweit wird die EOSINT S 700 mit zwei Lasern ausgestattet, was in Kombination mit der kurzen Schichtzyklusdauer für sehr hohe Produktivität sorgt.

EOS möchte eine ganzheitliche Lösung anbieten. Das perfekte Zusammenspiel zwischen System, Werkstoff und Prozessführung funktioniert nur, wenn alle Produkte aus einer Hand kommen. Für den Polymerbereich werden erstmals der Polyamidwerkstoff PA 1500 und das glasgefüllte Pendant PA 1300 GF vorgestellt.
Im selben Jahr wird die internationale Zusammenarbeit mit Hitachi Zosen Information Systems (HZS) durch die Eröffnung eines gemeinsamen Technologie-Zentrums in Tokio gefestigt.

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1997

Carl Zeiss Jena steigt aus dem Rapid-Prototyping-Geschäft aus, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Langer nutzt die Chance,  kauft seine Anteile zurück und handelt noch im selben Jahr ein Lizenzabkommen mit 3D Systems aus. EOS veräußert die STEREOS Produktlinie an 3D Systems und übernimmt dafür die weltweiten Patentrechte für die Laser-Sinter-Technologie. Ab sofort ist der Fokus klar: das pulverbasierte additive Schichtbauverfahren.

Jetzt kann es richtig losgehen. EOS vergrößert sich um einen italienischen Standort in Mailand und entwickelt mit Cu 3201 (DirectMetal 50) und dem Fein-Polyamid-Werkstoff PA 2200 gleich zwei neue Werkstoffe.

Gleichzeitig wird für die Sandtechnologie das erste EOS-Werkstoffmanagement-System Integrated Process Chain Management (IPCM-S) für die optimale Handhabung der Werkstoffmengen auf den Markt gebracht.

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1998

Um die Kundenbedürfnisse zu bedienen und den Marktanforderungen gerecht zu werden, fokussiert sich EOS auf das Thema  Qualität und erhält dafür die ISO 9001 Zertifizierung für das Qualitätsmanagement-System.

Die Produktoptimierung gelingt auch durch Entwicklungskooperationen mit starken Partnern aus verschiedenen Fachbereichen. So zum Beispiel auch mit Materialise. Im Zuge der Zusammenarbeit wird so die Bauteilepositionierung in den Laser-Sinter-Systemen verbessert.

Produktseitig werden neben dem Facelift EOSINT M 250 Xtended die Werkstoffe DirectMetal 50-V2 und DirectMetal 100-V3 sowie DirectSteel 50-V1 eingeführt.

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1999

EOS feiert 10jähriges Firmenbestehen. Jahre geprägt von Engagement, Innovationskraft, kräftezehrenden Patentstreitigkeiten und vielen Produktentwicklungen, die die Technologie des industriellen 3D-Drucks stetig vorangetrieben und den Start dieser innovativen Fertigungsmethode stets mit geprägt haben.

Die Polymertechnologie EOSINT P  geht in diesem Jahr mit der EOSINT P 360  in die nächste Generation.

Jahr

2000

EOS bringt eine Weltneuheit auf den Markt: die EOSINT P 700 ist die weltweit erste Doppelkopfanlage für die additive Fertigung von Kunststoffteilen mit der höchsten Baurate. Den Anwendern eröffnet das System neue Dimensionen: höhere Produktivität dank  größerem Bauraum. Damit kann diese Technologie nun auch  in der losgrößen-angepassten, wirtschaftlichen und individuellen Serienfertigung eingesetzt werden.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Metall-Werkstoffen. Um dieser gerecht zu werden, übernimmt EOS Teile des damaligen Partners Electrolux und gründet in Turku, Finnland zusätzlich eine weitere Niederlassung.

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2001

Das Jahr der Expansion: Mit einer Niederlassung in Warwick (UK) vergrößert EOS die Präsenz im europäischen Raum und schafft mit dem ersten EOS-Technologiezentrum in Novi (USA) den Sprung über den großen Teich und damit in den amerikanischen Markt, der bisher nur von Wettbewerbern beliefert wurde. Ein großer Schritt für EOS.

Mit der Biokompatibilitätszertifizierung des Werkstoffs PA 2200  übernimmt EOS auch umwelttechnisch Verantwortung. Das bedeutet den ersten Meilenstein in Richtung Corporate Responsibility, ein inzwischen zentraler Aspekt des wirtschaftlichen Handelns bei EOS, der im weiteren Verlauf der Unternehmensgeschichte weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Im selben Jahr stellt EOS neben dem neuen Metalldrucker EOSINT M 250 Xtended erstmalig 20µm-Schichten für den DMLS-Prozess vor und ermöglicht damit eine maßgebliche bessere Bauteilqualität.

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2002

Für Dr. Langer steht von Anfang an die Verbreitung und Weiterentwicklung der Technologie im Vordergrund, nicht eine mögliche Monopolstellung und der damit verbundene wirtschaftliche Erfolg seines Unternehmens.

Deshalb entwickelt EOS zusammen mit Maschinenhersteller Trumpf GmbH & Co. KG ein Verfahren zum selektiven Laserschmelzen, das im Vergleich zu DMLS nur einkomponentige Pulver (z. B. Edelstahl) einsetzt. Damit wird das Anwendungsspektrum ein weiteres Mal erweitert. Hinsichtlich  Oberflächenqualität sowie Bauteilgenauigkeit  kann das Laserschmelzen dem DMLS allerdings nicht das Wasser reichen. Im Zuge dieser Entwicklung  erhält Trumpf die Nutzungsrechte an der DMLS®-Technologie.

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2003

Das Jahr 2003 steht ganz im Zeichen der Werkstoffentwicklung, was völlig neue Zielmärkte entstehen lässt. Durch die Zertifizierung des Werkstoffes PA 2200 für den Einsatz im Kontakt mit den meisten Lebensmitteln eröffnet EOS die Technologie auch für den Bereich der Lebensmittelproduktion. Mit dem weltweit ersten aluminiumgefüllten Feinpolyamid-Werkstoff Alumide präsentiert EOS erneut eine bahnbrechende Innovation. Im Werkzeugbau ermöglicht der Werkstoff DirectSteel H 20 weitere additiv gefertigte Anwendungen.

Die EOSINT S 750, das System zur Verarbeitung des Croning Formstoffes, mit dem Gussstücke direkt hergestellt werden können, erweitert den Bereich des DirectCast Prozesses.

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2004

15 Jahre hat es gedauert – nun ist es soweit: EOS ist Technologieführer für lasergestützte additive Fertigung, nachdem Dr. Langer im Jahr 2004 die Chance ergriff und sich entscheidende Teile des Patentportfolios des industriellen 3D-Drucks sichert. Es ist eine risikoreiche Zeit, geprägt sowohl von Niederlagen als auch von Triumphen. Am Ende mit dem einen entscheidenden Triumph mehr…

Die Richtung der Entwicklung ist klar: vom Prototypenbau zur Serienfertigung. Dafür müssen die Systeme  deutlich produktiver und die Bauräume größer werden. Mit den beiden neuen Systemen geht es dann tatsächlich einen Schritt weiter: Das DMLS-System EOSINT M 270 ist der erste kommerzielle industrielle 3D-Drucker mit Faserlaser, der dank einer deutlich höheren Energiedichte die Verarbeitung neuer Metall-Materialien ermöglicht.

Im Bereich des Kunststoff-Laser-Sinterns bietet die EOSINT P 380i ab sofort integrierte Elektrik- und Maschinensicherheitskonzepte.

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2005

EOS eröffnet mit dem EOS India Branch Office in Chennai die erste Niederlassung in Indien und expandiert von nun an in den asiatischen Markt.  

Die Märkte für die industrielle additive Fertigung wachsen stetig, Kundenanforderungen werden spezieller. Dr. Langers Ziel ist es, die Wechselwirkung zwischen Laser und Pulverwerkstoff zu perfektionieren. Dafür müssen seiner Ansicht nach alle maßgeblichen Elemente aus einer Hand kommen. Systeme, Werkstoffe und Prozessparameter. Nach der Eröffnung der finnischen Niederlassung in Oy, wird die mit dem Erwerb der KVS Kunststoffvertrieb Dr. Schiffers GmbH & Co KG in Ulm die Pulver-Veredelung bzw. –konfektionierung im Polymerbereich deutlich vorangetrieben.  

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2006

Für Langer ist klar, dass die gesicherten Patentlizenzen nicht in der eigenen Schublade verbleiben sollen. Um seine Vision zu realisieren, solle die Technologie weltweit verbreitet werden - die Nachfrage könne aber unmöglich nur von einem einzigen Unternehmen bedient werden. Daher trifft er mit dem deutschen Wettbewerber Concept Laser Patentlizenz-Vereinbarungen über das DMLS-Verfahren. 

Mittlerweile zählen über 250 Mitarbeiter zum EOS-Team, die kontinuierlich am Ausbau der Anwendungsbereiche des industriellen 3D-Drucks arbeiten. So entwickelt EOS gemeinsam mit dem Unternehmen 3D-Micromac AG eine Technologie zum Mikrolasersintern, die mit Schichtstärken zwischen 1 µm und 5 µm Bauteilpräzisionen im unteren Mikrometerbereich ermöglicht. Mit diesen hochpräzisen Anwendungen eröffnet EOS der Medizintechnik, der chemischen und pharmazeutischen Industrie, sowie der Mikrosystemtechnik völlig neue Möglichkeiten.
Besonders im medizinischen Bereich geht es in diesem Jahr richtig los. Für die Dentalbranche fällt der Startschuss für die Serienfertigung von Zahnersatz auf Basis des Metall-Werkstoffs EOS CobaltChrome SP1. Weitere Lösungen für Blutzentrifugen, Zahnersatz, Implantate, Hörgeräte folgen.

Polymerseitig wird neben der EOSINT P 730 und der EOSINT P 390 auch die FORMIGA P 100 vorgestellt, ein System, das noch viele Jahre nach Einführung Maßstäbe für die Qualität des industriellen 3D-Drucks im Kunststoffbereich setzen wird. Mit dem Kunststoff-Werkstoff PA 2210 FR führt EOS das weltweit erste flammgeschützte Laser-Sinter-Pulver ein – eine absolute Innovation, die weitere Anwendungsfelder öffnet. 
Im gleichen Jahr wird in Singapur das mittlerweile dritte EOS-Technologiezentrum eröffnet.

Coming soon...

Wir veröffentlichen bald mehr über die EOS-Geschichte. Bleiben Sie dran!

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